Eine Infektion mit dem Bakterium Helicobacter pylori (H. pylori) ist weltweit weit verbreitet und kann eine Vielzahl von Magen-Darm-Beschwerden verursachen. Viele Menschen sind sich nicht einmal bewusst, dass sie infiziert sind, da die Symptome oft unspezifisch sind oder gänzlich fehlen. Dennoch kann eine unbehandelte Infektion zu ernsthaften Problemen wie Magengeschwüren, Gastritis und im schlimmsten Fall Magenkrebs führen. Daher ist es von großer Bedeutung, über zuverlässige Diagnosemethoden wie den Atemtest informiert zu sein.
Was ist Helicobacter pylori?
Helicobacter pylori ist ein Bakterium, das die Schleimhaut des Magens besiedeln kann. Es ist bekannt dafür, dass es unter den sauren Bedingungen im Magen überleben kann, indem es beispielsweise Harnstoff zu Ammoniak umwandelt, was die Magensäure neutralisiert. Diese Kolonisierung kann zu Entzündungen (Gastritis) und, bei manchen Menschen, zu Geschwüren im Magen oder Zwölffingerdarm führen.
Symptome und Ursachen einer Infektion
Viele Infektionen mit H. pylori verlaufen symptomlos. Wenn Symptome auftreten, sind sie oft unspezifisch und können denen anderer Magen-Darm-Erkrankungen ähneln. Dazu gehören:
- Bauchschmerzen oder -brennen, oft nach dem Essen oder auf nüchternen Magen
- Übelkeit oder Erbrechen
- Blähungen und Völlegefühl
- Appetitlosigkeit
- Ungewollter Gewichtsverlust
- Dunkler Stuhl (Hinweis auf Blutungen)
Die genaue Übertragungsroute ist nicht vollständig geklärt, aber es wird vermutet, dass H. pylori oral-oral oder fäkal-oral übertragen wird, oft durch kontaminiertes Wasser oder Nahrungsmittel sowie durch direkten Kontakt mit infiziertem Speichel.
Der Atemtest als Diagnosemethode
Der ¹³C-Harnstoff-Atemtest ist eine bewährte und nicht-invasive Methode zur Feststellung einer H. pylori-Infektion. Der Test basiert auf der Fähigkeit von H. pylori, den in einer Testlösung enthaltenen Harnstoff mithilfe des Enzyms Urease zu spalten. Dabei entsteht ¹³C-markiertes Kohlendioxid (CO₂), das über die Lunge ausgeschieden und im Atem gemessen werden kann. Der Ablauf ist denkbar einfach: Zuerst wird eine Atemprobe entnommen, dann trinkt der Patient eine Lösung mit ¹³C-markiertem Harnstoff, und nach einer bestimmten Wartezeit werden weitere Atemproben gesammelt. Anhand der Konzentration des ¹³C-CO₂ in den Proben kann der Arzt feststellen, ob eine Infektion vorliegt.
Behandlungsmöglichkeiten
Bei einem positiven Testergebnis wird in der Regel eine Eradikationstherapie eingeleitet. Diese besteht meist aus einer Kombination von säurehemmenden Medikamenten (Protonenpumpenhemmer) und zwei oder drei Antibiotika. Die Behandlung dauert in der Regel 7 bis 14 Tage. Es ist wichtig, die verordnete Therapie vollständig einzunehmen, auch wenn sich die Symptome bereits gebessert haben, um eine Resistenzbildung der Bakterien zu vermeiden.
Präventive Maßnahmen
Obwohl eine vollständige Prävention schwierig ist, können folgende Maßnahmen das Risiko einer Infektion verringern:
- Gute persönliche Hygiene, insbesondere häufiges und gründliches Händewaschen.
- Sicherstellen, dass Wasser und Lebensmittel sicher sind, besonders auf Reisen.
- Vermeidung von engem Kontakt mit Personen, die bekanntermaßen infiziert sind, wenn möglich.